Walddorf - Windmühlen

Über Jahrhunderte hinweg wurden die Polder von Walddorf mithilfe von Windmühlen entwässert. Diese nicht besonders langlebigen Holzkonstruktionen, die ständig repariert oder durch neue ersetzt werden mussten oftmals an günstigeren Standorten errichtet , prägten nachhaltig die flache und zugleich hügelige Landschaft der Danziger Werder. Die erste Erwähnung von Windmühlen in Walddorf stammt aus einem Bericht über einen Auftrag, den der niederländische Ingenieur Adam Wybe von den Danziger Behörden erhielt. Unter seiner Aufsicht wurde 1616 eine niederländische Entwässerungswindmühle errichtet, die bis 1642 in Walddorf in Betrieb war.
Wann und wo in Walddorf Windmühlen standen, lässt sich anhand alter Karten nachvollziehen:



Auf dem Plan von Friedrich Berndt aus dem Jahr 1599 ist in Klein Walddorf an der Motllau eine Windmühle eingezeichnet. Die Karte von 1720 zeigt eine Entwässerungsmühle am Ende der Straße Am Mühlgraben, eine zweite an der Oberen Trift. Auf der Karte von 1807 sind zwei Windmühlen an der Untertrift sowie eine am rechten Ufer der Motllau in Klein Walddorf verzeichnet. Die Karte von 1811 weist fünf Windmühlen aus: eine in Klein Walddorf an der Motllau, drei an der Untertrift sowie eine an der Verlängerung der Mitteltrift. Die Karte von 1840 zeigt zwei Windmühlen an der Untertrift und eine in Klein Walddorf. Auf der Karte von 1901 erscheinen drei Windmühlen an der Untertrift in Klein Walddorf hingegen ist keine mehr verzeichnet. Auf Kartenausschnitten von 1905 und 1910 ist erneut eine Windmühle an der Untertrift zu sehen.

So könnten die Windräder in Walddorf aussehen.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich die Situation allmählich zu ändern. Man begann mit der Zusammenlegung der Polder, was den Ersatz der Windmühlen durch leistungsfähigere und zuverlässigere Dampfpumpen erforderlich machte. Die erste Dampfpumpstation im Werdergebiet entstand 1840 in Piotrowo. Auch in Walddorf verdrängte die Technik die traditionellen, romantischen Windmühlen. Drei Pumpstationen wurden an der Untertrift errichtet, wie eine Karte aus dem Jahr 1910 zeigt. Eine Karte von 1916 bestätigt diesen Zustand. Auf den Karten von 1943 und 1944 sind zwei Pumpstationen eingezeichnet: eine an der Untertrift und eine in Klein Walddorf an der Motllau.



Ihr unbestreitbarer Vorteil war die Unabhängigkeit vom Wetter und ihre hohe Leistungsfähigkeit, die es ermöglichte, größere Flächen effizient zu entwässern. Einige Jahrzehnte später verdrängten Elektropumpen schließlich sowohl die Windmühlen als auch die weniger effizienten Dampfpumpen. Die Dampfpumpstationen befanden sich zunächst in Holzschuppen, später in gemauerten Pumpenhäusern, neben denen auch Wohngebäude für die Arbeiter errichtet wurden.



Beispiel einer Dampfpumpstation in Groß Zünder





Groß und Klein Walddorf.
Im Jahr 1663 wird eine Windmühle in Groß und Klein Walddorf erwähnt (Danziger Archiv VIII 45). Im Jahr 1865 wurde in Klein Walddorf an der Motllau anstelle einer Windpumpe eine Dampfstation mit Dampfmaschine errichtet auf einem Hof, der zuvor dem Danziger Bürgermeister Schumann gehört hatte. Diese Pumpe bestand aus einer Hochdruck-Dampfmaschine mit 20 PS Leistung und einem Rohrkessel. Als Wasserheber diente eine 7,8 Meter lange und 1,4 Meter im Durchmesser große Holzschnecke. Bis zum Jahr 1903 nutzten die Fleischerwiesen eine eigene Windpumpstation mit Schaufelrad an der Motllau. Diese wurde jedoch abgebaut, als die Entwässerung an das System von Walddorf angeschlossen wurde. Die Windpumpstation mit Schaufelrad am Ende der Walddorfer Vorflut einem parallel zur Untertrift verlaufenden Kanal wurde von Lokomotiven angetrieben. Dass es eine weitere Pumpstation an der Walddorfer Vorflut in der Nähe der heutigen Kreuzung mit der Bahnlinie nach Holm gab, ist möglich, konnte jedoch bisher durch keine Dokumente oder Archivmaterialien belegt werden.


Derzeit sind in Walddorf noch einige Pumpwerke in Betrieb.






Miro